Waldfee > Esoterik > Parapsychologie > Wissenschaft > Telepathie - Wissenschaft des Gedankenlesens
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Telepathie

Können wir die Gedanken anderer aufnehmen oder unsere eigenen auf andere übertragen?

Der englische Dichter und Schriftsteller Frederic William Henry Myers, 1843-1901, kam gegen Ende des 19. Jhs. als Erster auf die Idee, das Phänomen der Gedankenbertragung nach den griechischen Wörtern tele (weit) und pathos (Erfahrung, Empfindung, Seelenleiden, Unglück, das, was geschieht) Telepathie zu nennen.

Die Telepathie bezieht sich also zunächst einmal auf ein Pränomen, das man deshalb pseudowissenschaftlich nennen darf, weil es naturwissenschaftlich nur teilweise nachgewiesen werden kann und das eng mit dem verwandt ist, was Carl Gustav Jung Gleichzeitigkeit der Ereignisse oder Begebenheiten nannte. Nach dem ursprünglichen Prinzip geht es also bei der Telepathie um die Empfindungen oder Emotionen, die zwei voneinander räumlich entfernte Menschen im gleichen Moment erfahren und gegenseitig aufeinander übertragen können - um die Kraft ihrer Gedanken.

Telepathie und Wissenschaft

Sehr viele Experimente sind durchgeführt worden, um dieses Pränomen zu studieren, denn einige Wissenschaftler haben es aus Gründen, die leicht nachzuvollziehen sind, sehr ernst genommen. Wenn nämlich einige Menschen die Fähigkeit besäßen, Gedanken zu übertragen, könnten sie diese Gabe hegen und pflegen und ihr Leben gänzlich verwandeln. Man stelle sich vor, daß wir von Kindheit an in der Lage wären, bei Erlernen des Lesens und Schreibens Gedanken miteinander auszutauschen. Es können hier nicht alle Experiemente aufgeführt werden, die sich seit dem Anfang des 20. Jhs. mit dem Phänomen der Gedankenübertragung beschäftigt haben. Einige wurden unter strengsten wissenschaftlichen Auflagen durchgeführt, während andere die reinste Fantasie waren. Erwähnenswert ist dennoch das, was die US-Raumfahrtsbehörde NASA im Februar 1971 während des Apollo-14-Fluges feststellte. Die Apollo-14-Mission fand unmittelbar nach dem Trauma des Apollo-13-Fluges statt, der die drei Astronauten in der Kapsel beinahe das Leben gekostet hatte.

Edgar D. Mitchell, der Kapitän des Mondfluges, machte den nach seinem Erfinder geannten Zener-Test, der mit 25 Karten gespielt wird. Es sind jeweils 5 weiße Karten mit einseitig aufgedruckten Motiven: ein Kreuz, ein Viereck, ein Kreis, ein fünfzackiger Stern und drei Wellenlinien. Der relativ häufig durchgeführte Test ist recht einfach. Zwei Menschen, die räumlich so weit voneinander entfernt sind, daß sie keine Möglichkeit der Kommunikation untereinander haben und sich am besten auch gar nicht erst kennen, legen die 25 Karten. Abwechselnd zieht der eine eine Karte, deren Motiv der andere erraten soll. Und das machen sie reihum, bis das Kartenspiel zu Ende ist. Die Testergebnisse des Apollo-14-Astronauten waren anscheinend sehr überzeugend, aber mehr hat die NASA nie verraten, und es ist nicht bekannt, welche Schlüsse sie daraus gezogen und vor allem nicht, welchen Gebrauch sie von den Ergebnissen gemacht hat.

Weitere wissenschaftliche Beobachtungen basierten auf Elektroenzephalogrammen (EEGs oder Hirnstrommessungen), bei denen Alphawellen ermittelt und gemessen wurden, die bekanntlich sehr intensiv ausgestrahlt werden, wenn die Menschen sich sehr stark konzentrieren, aber auch dann, wenn sie träumen. Heute ist das im Grunde alles, was die Naturwissenschaft uns über das Phänomen der Gedankenübertragung lehren kann, obwohl viele Menschen gewissermaßen empirisch an sie glauben, ohne daß sie die greifbaren Beweise, auf denen sie beruht, unbedingt überprüft hätten. In einer großangelegten Befragung, die im Auftrag einer renommierten Fachzeitschrift unternommen wurde, stellte es sich z.B. heraus, daß über 40 Prozent der Befragten an die Phänomene der Telepathie oder Gedankenübertragung und der Weissagung glaubten und zwischen den beiden Phänomenen offenbar Gemeinsamkeiten erkannten.

Gedankenübertragung

Interessanterweise entstand der Begriff Telepathie für ein auf zuverlässigen Beweisen beruhendes Phänomen: das Erleben eines Unglücks bzw. von Schmerzen oder Leiden, die jemand anderes zur gleichen Zeit erlebt. In fast allen Flällen handelt es sich dabei um zwei Menschen, die sich nahe genug sind - geistig, nicht räumlich - um sich darüber Sorgen zu machen, was dem anderen passieren könnte. Die bisher unternommenen Experiemente und wissenschaftlichen Studien haben die Gefühle noch nie berücksichtigt, die ein Mensch für den anderen empfinden könnte, wenn zwei Menschen sich dem Zener-Test unterziehen. Das ist jedoch gerade die Frage: Kann man die Tiefe der Gefühle, die zwei Menschen füreinander empfinden, wissenschaftlich erfassen? Bestimmt nicht, muß da die Antwort lauten. Dagegen wird der Einwand ins Feld geführt, daß gewisse telepathische Phänomene manchmal bei Menschen vorkommen, die sich nicht kennen und folglich weder miteinander verbunden sind, noch Gefühle füreinander hegen. Das kommt zwar vor, aber es schließt die subtilen Gefühle nicht aus, die manche Menschen miteinander verbinden, die sich physisch noch nicht kennengelernt haben, aber durch eine gewisse Verwandtschaft miteinander verbunden sind, die dann zum Tragen kommt. Und gerade diesen Punkt bewies Jung, indem er die Gesetzmäßigkeit der Gleichzeitigkeit aufstellte. Man kann zwar nicht behaupten, daß diese Gesetzmäßigkeit streng wissenschaftlich d.h. meßbar und systematisch nachweisbar ist, aber das heißt nicht, daß sie nicht existiert.

Als Schlußfolgerung könnte man behaupten, daß es keine Beweise dafür gibt, daß die Mentalität des modernen Menschen ausreichend großzügig und entwickelt ist, um das Phänomen der Gedankenübertragung zu beherrschen und von ihm freien Gebrauch zu machen. Man müßte auch die Möglichkeit mit einbeziehen, was passieren würde, wenn Menschen mit bösen Absichten und dominanter gedanklicher Kraft und Intensität die Fähigkeit besäßen, Entscheidungen, Ideen und Taten anderer zu beeinflussen, deren gedankliche Kraft schwächer wäre oder leichter zu manipulieren wäre.

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Ein Zener-Test mit zwei Pesonen, getrennt
durch eine undurchsichtige Wand.
Die verwendeten Zener-Karten