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Fingerhut

Fingerhut

Die Blume des Misstrauens oder der Genesung

Eigenschaften

Der Fingerhut verdankt seinen lateinischen Namen dgitalis, d.h. Fingerbreite, seinen karminroten Blüten, die sich glockenförmig über den ganzen Stengel verteilen und wie Finger eines Handschuhs (daher der englische Name foxglove, Fuchshandschuh) oder Fingerhüte aussehen. Ob beabsichtigt oder nicht, ist es deshalb nicht ganz ohne Ironie, daß diese giftige Pflanze in Frankreich den Beinamen Handschuh der Heiligen Jungfrau oder schlichter Handschuh der Hirtin erhielt. Die Engländer, die sich eventuell dessen bewusster waren, daß auch gefährliche Kräfte sich hinter dem schönen Äußeren versteckt hielten, nennen ihn wohl deshalb foxglove, weil der Fuchs als sprichwörtlich schlau gilt.

Es reichen bereits einige Blätter des Fingerhuts aus, wenn sie aufgekocht und als Tee getrunken werden, um Brechreiz und Schwindelgefühle, manchmal sogar Fieberwahn auszulösen. Darauf folgen Erbrechen und Durchfall, während der Puls sich fortlaufend bis zum letzten, tödlichen Herzflattern verlangsamt.

Wie so oft bei natürlichen Produkten kann etwas Schädliches, wenn es richtig angewandt wird, auch Gutes bewirken. Heute stellt keiner mehr die nützliche, anregende, lebensrettende Wirkung von Digitalisglykosiden, dem hauptsächlich chemischen Wirkstoff der Blüten, in Frage. Entdeckt wurde diese Wirkung im 19. Jh., aber unseren Vorfahren sind die Vorzüge des Fingerhuts seit Urzeiten bekannt.

Unter Herzbeschwerden leidet der Mensch immer schon und deshalb findet der Fingerhut einen Ehrenplatz in der Apotheke der Pflanzenheilkundler. Digitalis purpurea wird bei Herzbeschwerden von Homöopathen verschrieben. Und Digitalisglykoside werden von der Schulmedizin verschrieben, um den Herzrhythmus zu verlangsamen, den Blutdruck zu senken und die Wirkung der Herzkammern zu steigern.

Beschreibung

Diese Pflanze besitzt bemerkenswerte Eigenschaften. Abhängig von der Art ihrer Verwendung kann sie tödlich oder nutzbringend sein. Darum ist der Fingerhut mit einer langen Geschichte der Vergiftungen oder vielmehr der geheimnisvollen Todesfälle verbunden.

Da der Fingerhut ja aber auch nutzbringende Eigenschaften besitzt hat er auch eine gutartige und schützende Botschaft. Der Name "Handschuh unserer lieben Frau" geht auf eine alte christliche Legende zurück, in der die Heilige Jungfrau aus einem Fingerhut einen Verband anfertigte, der eine Wunde am Daumen Christi heilen ließ.
Auch den  Menschen kann man unterstellen, nicht immer reinen Herzens und guter Absicht zu sein. Somit kann man beim Überreichen dieser Pflanze sein größtes Mißtrauen dem Gegenüber ausdrücken, oder aber auch einem Kranken baldige Genesung wünschen.



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