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oder Zeichen der Spinnen.
Eine Spinne am Abend bringt Hoffnung - so das französische Sprichwort. Ein beruhigender Gedanke, wenn man am Abend eine Spinne erspäht! Es gibt aber viel mehr Zeichen, die mit der Familie der Arachniadae zu tun haben.
Legt man das lateinische Wort zugrunde, auf das die Bezeichnung der Gattung Arachnidae zurückgeht, so ist die Spinne nur wegen der Spinnwebe für uns von Interesse. Aranea bedeutete ursprünglich "Spinnenwebe". Die Arachniden - oder Spinnenfamilie - verdanken ihren Namen jedoch dem griechischen arahkne (Spinne), wobei das Wort eventuell auf arkus (Fischernetz) zurückgeht.
Arachne war ein Mädchen aus Lydien im altgriechischen Kleinasien, deren Vater Färber war, und sie spielte in der griechischen Mythologie eine große Rolle. Die Legende besagt, daß sie wegen ihrer Webarbeiten und Stickereien großen Ruhm genoß. Die waren so schön, daß alle Nymphen der Umgebung sie besuchten, um diese zu bewundern.
Athena selbst soll sie in die Kunst des Spinnens und Webens eingeweiht haben. Athena ist bekanntlich eine Kriegsgöttin. Weniger bekannt ist, daß sie als Schutzgöttin der Weber und Sticker galt. Arachne sah das anders. Sie pflegte jedem zu sagen, der es hören wollte, daß begabt sei und daß sie Athena nichts schulde. Um den Beweis anzutreten, kam sie auf die Idee, die Göttin zum Wettbewerb herauszufordern. Athena erschien ihr in der Gestalt einer alten Frau und riet ihr, mehr Demut an den Tag zu legen und vor einer so empfindlichen Person wie Athena wegen ihrer Begabung nicht zu prahlen.
Arachne wollte davon nichts hören und fing an, die Göttin zu beleidigen. Die in Wut entbrannte Athena zeigte ihr wahres Gesicht und webte in Gegenwart von Arachne einen hervorragenden Wandteppich, auf dem sie alle 12 Götter des Olymps abbildete, um deren Vorherrschaft über alle Menschen zu unterstreichen, die es gewagt hatten, sie herauszufordern. Arachne ließ sich davon nicht beeindrucken, sondern fertigte ihrerseits einen nicht weniger hervorragenden Wandteppich an, der die ehebrecherischen Liebesaffären der Götter des Olymps darstellte, da sie deren Schwächen unterstreichen wollte.
Die wütende Athena zerstörte Arachnes Handarbeit, un die verzweifelte Arachne erhängte sich. Unmittelbar vor dem Übergang vom leben in den Tod hinderte Athena sie am Sterben und verwandelte Arachne in eine Spinne, die dazu verdammt war, in aller Ewigkeit ihre Spinnweben weiterzuweben.
Wäre diese Legende bekannter, würden die Menschen vielleicht mehr Mitleid mit der Spinne empfinden, die 8 Beine und manchmal, wie ei der Falltürspinne, zwei Paar Lungen besitzt - und einen flexiblen Bauch, der Seide produziert, aus der sie ihre Spinnweben webt, die sich für sie als sehr nützlich erweisen, da sie sich von Insekten ernährt. In der Regel sieht man in der Legende der Arachne jedoch eine Darstellung des durch Ehrgeiz oder Machtgier verblendeten Menschen. Darüber hinaus deuten zahlreiche wissenschaftliche Beobachtungen darauf hin, daß trotz ihres dubiosen Liebesleben (die Weibchen einiger Spinnenarten fressen die Männchen nach dem Geschlechtsakt) an ihren mütterlichen Eigenschaften nicht zu zweifeln ist - und ihre Spinnwebe ist das reinste Naturwunder.
Woher stammen denn die instinktive Angst, der urzeitliche Ekel und die unbeherrschbare Abscheu, die die meisten Menschen und besonders Frauen beim Anblick einer Spinne empfinden? Erinnert sie die Spinnwebe etwa an die Gedanken, die sie ebenfalls tagaus, tagein spinnen und die sie zu verwirklichen verstehen, sowie an die Ruhe, die sie unter Bedingungen an den Tag legen, in denen es Männern oft zu bunt wird und sie panisch oder gewalttätig reagieren?
Das weiß keiner, aber die Spinne leidet ganz sicher unter einem schlechten Ruf. Wenn man die Zeichen betrachtet, stellt man fest, daß das nicht immer der Fall war. Einige sind günstig, und früher spielte die Spinne in den Vorstellungen unserer Vorfahren oft eine beschützende, wohltätige Rolle. Galten nicht Spinnfäden im Mittelalter unter Christen als Haare der Jungfrau Maria und als äußerst günstiges Zeichen, wenn man sie sah?
Solche zeichen sind häufig mit Gedanken, Gefühlen, Wünschen und allem, das im Kopf und Herzen der Menschen gewoben und gesponnen wird, verknüpft. Manchmal führen diese Gespinste sie zusammen - wie eine Spinnwebe, die von einem Zweig zum Zweig des benachbarten Baums geknüpft ist und die beide miteinander verbindet.
Die Tageszeit, in der man eine Spinne sieht ist wichtig für das Deuten Ihrer Zeichen. So verhält es sich mit der Spinne am Abend, die bekanntlich als Zeichen der Hoffnung gilt. Warum sollte die Spinne am Abend in einem derart günstigeren Rufe stehen als die Spinnen am Morgen oder am Mittag, die als merklich ungünstiger gelten? Darum, weil der Abend die Zeit der Ruhe und Entspannung ist, und somit die richtige Zeit, um nachzudenken, zu meditieren und allen Tätigkeiten nachzugehen, die mit Gedanken und Gefühlen zu tun haben, während der Morgen die Zeit ist, in der wir mit der Arbeit anfangen, und wir um die Mittagsstunde - symbolisch, wohlgemerkt - die Früchte unserer Arbeit einbringen.
In der Antike und im Mittelalter galt es als Sakrileg eine Spinne zu töten. Es brachte, wie das Töten des Vogels des Frühlings, der Erneuerung und der Freude - der Schwalbe - Pech. Man hüte sich also davor, eine Spinne zu töten.