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Die Akascha-Chronik
... oder der Raumäther. Den Hindus zufolge ist Akasha der leere Raum, der das All ausfüllt.
Der griechischen mythologischen Kosmogonie oder Schöpfungsgeschichte zufolge, war am Anfang das Chaos, ein unvorstellbares Universum aus Magma oder vulkanischer Lava, aus dem das ganze Leben und unsere ganze Welt letztendlich emporstiegen. Unvorstellbar deshalb, weil es schwierig ist, sich etwas vorzustellen, das zugleich existiert und nicht existiert. Ebenfalls schwer zu verstehen ist Aleph, der erste Buchstabe bzw. die erste Zahl des Codes der Kabbala und ein Leben-Tod-Prinzip, d.h. Leben und Tod als eine Einheit, die sich nirgends niederläßt, aber überall und zugleich nirgends vorhanden ist. Wenn man Begriffen dieser Art begegnet, die mit einer so großen Subtilität und Intelligenz in der Antike entstanden, erweckt dies leicht den Eindruck, daß unsere Vorfahren damit die Grenzen des menschlichen Geistes und der Vernunft unterstreichen wollten.
Das Dritte Auge

In Wirklichkeit, und im Gegensatz zu dem, was viele Männer, die unter Größenwahn leiden, glauben möchten, denkt und handelt der Mensch innerhalb der klar definierten Grenzen eines etablierten Universums. In seinem Bestreben, es zu beherrschen und zu strukturieren, es genau und unveränderlich zu gestalten, damit es auf Systemen und Prinzipien beruht, die jeweils nur in ihrer ursprünglichen Form funktionieren, unterstreicht er dessen Existenz.
Wenn es nämlich eine Grundwahrheit gibt, die von den weisesten unserer Vorfahren im Laufe der letzten 10 Jahrtausende in allen Teilen der Welt zum Ausdruck gebracht wurde, dann die, daß die Welt, in der wir leben und die wir für echt halten, nur deshalb existiert, weil wir jener ihr Dasein zugestehen. Mit anderen Worten und im Einklang mit bestimmten Ergebnissen der Quantenphysik sind wir es nicht, die in der Welt existieren. Es ist vielmehr so, daß die Welt unseretwegen existiert.
Man könnte sogar den Eindruck gewinnen, daß wir uns in der Welt der Science Fiction befänden. man muß jedoch verstehen, daß zahlreiche neuere Fortschritte in der Physik und der Astrophysik zur Annahme führen, daß Auszüge aus vielen kosmogonischen Texten aus unterschiedlichsten alten Kulturen und Zivilisationen, deren Inhalte jahrhundertelang als obskur, imaginär oder schlicht poetisch galten, neueste heutige wissenschaftliche Entdeckungen bzw. Wiederentdeckungen und Theorien untermauern.
Welches Wissen erwarben unsere entfernten Vorfahren, um das in Erfahrung zu bringen, was wir jetzt erst wiederentdecken? Vielleicht setzten sie einfach das angeborene Wissen ein, das alle Menschen besitzen, etwa die Sehfähigkeit nicht nur der Augen, die die Dinge von außen betrachten, sondern die des kosmischen auges, das auf einen Blick die ganze Wirklichkeit, den ganzen Raum und das ganze Leben zu erfassen imstande ist. Hier handelt es sich um das berühmte "dritte Auge", das dem Ajna-Chakra entspricht, das als Lotusblüte mit zwei Blütenblättern dargestellt wird und das laut Hinduismus als Sitz des Bewusstseins fungiert.
Deshalb sind wir eventuell zu einem anderen Bewusstsein fähig als demjenigen, das wir von der heutigen Welt haben. Nichts hält uns davon ab, zu glauben, daß wir dieses Bewusstsein, das vom Mythos der Vertreibung aus dem Paradies symbolisiert wird, wie dieser von der Kabbala gedeutet wird, verloren haben.
Vom Aither bis Akasha
Der griechische Schöpfungsmythos besagt, daß zwei klar voneinander zu unterscheidende Wesen im Urchaos entstanden sind: Erebus (wörtlich: "der verborgene Abgrund") und Nyx (wörtlich: "die pechschwarze Nacht"). Aus der Vereinigung dieser beiden wurden Aither und Hemere ("das Tageslicht") geboren. Mit den Worten der Verfasser der griechischen Mythologie läßt sich sagen, daß Erebus eine Verherrlichung der Nacht ist: eine tiefe, konzentrierte, grenzenlose Dunkelheit bar jeden Lichts. Aither ist eine Steigerung des Tages, ein stets erleuchteter Himmel, eine ununterbrochene Helligkeit, ein freundliches Licht und die Ruhestätte der Gesegneten, in der es keine Dunkelheit gibt.
Deshalb bilden Erebus und Nyx einerseits und Hemere und Aither andererseits untrennbare Pärchen, wobei diese als vom Licht durchflutet und jene als von der Dunkelheit umhüllt abgebildet werden. Der Hinuismus weist auf ein Prinzip hin, das sich mit demjenigen des Äthers verleichen läßt. Das, was uns hier interessiert, geht aber viel weiter in die Tiefe. Es handelt sich um Akasha, den Raumäther, der als einer der 5 Grundbestandteile der Welt gilt, nämlich Mahabhuta, das "große Element". Die 5 Elemente sind: - Akasha oder der Raumäther
- Vayu oder die Luft
- Tejas oder das Feuer
- Apas oder das Wasser und
- Prithvi oder die Erde.
Ihnen entsprechen die 5 Tanmatra oder "Ursubstanzen" des Menschen: - Schabda (das Gehör)
- Sparscha (der Tastsinn)
- Rupa (die Sicht)
- Rasa (der Geschmack)
- Ganda (der Geruchssinn)
Was ist Akasha?
Dem Hinduismus zufolge ist Akasha demnach der Hauptbestandteil des Universums und zugleich das am schwersten zu fassende. Es soll allgegenwärtig sein, alles ausfüllen, in die sichtbare und die unsichtbare Welt eindringen und das Leben unterstützen, und es hat, nach obiger Aufstellung, das Gehör als Entsprechung beim Menschen.
In der hinuistischen Literatur wird Akasha oft als grenzenloser Raum, ein Begriff jenseits allen Verstandes, dargestellt. Für Hindus läßt sich Akasha weder definieren noch beschreiben. Während die 4 Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde in der Natur leicht zu identifizieren und überall dort vorhanden sind, wo es Leben auf Erden gibt, wird Akasha, der Raumäther, als Wiege des Lebens verstanden, die deshalb nicht zu sehen ist, weil sie im Grunde die Leere ist. Sie füllt alles aus, ohne sie kann das Leben keine Gestalt annehmen oder existieren.
Es handelt sich also um einen Begriff, den man rational nur sehr schwer beschreiben kann. Kühne geistige Klimmzüge werden verlangt, wenn wir eine Realität verstehen sollen, die größer und beunruhigender ist als diejenige, die wir gewohnt sind, und in der alles vorbestimmt und organisiert zu sein scheint, aber wenn wir nicht aufpassen, sich als wahnsinnig erweisen kann.
Dank einer unterschiedlichen Bewußtseinsstufe, dem Dritten Auge, sollten wir das wahrnehmen können, was sich nicht beschreiben läßt: eine Vision der Welt, die das Akasha integriert.
 - Dank einer unterschiedlichen Bewußtseinsstufe, dem Dritten Auge, sollten wir das wahrnehmen können, was sich nicht beschreiben läßt: eine Vision der Welt, die das Akasha integriert.
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